2. Im Dienste der Oeneraldirektion der Staatsbahnen 175
Überschienung des Brenner, dessen Paßhöhe fast 1400 Meter über dem Meere liegt, war zu jener Zeit, in der man noch ängstlich vor Steigungen bis 10% o und Krümmungen bis zu 250 Meter zurückschreckte, nicht zu denken; die Einfügung eines Straßenzuges zwischen den beiden Schiffahrtswegen erschien als unvermeidliches Übel, das auch beim Baue von Schienenwegen im Etsch- und Inntale nicht zu umgehen wäre.
Negrelli unterbreitete seinen Vorschlag dem Tiroler Gubernium, an dessen Spitze damals — das Schreiben trägt das Datum vom 17. Jänner 1843 — noch Graf Brandis stand. Der Bericht sucht die Ausführbarkeit des Vorschlages zu beweisen, nimmt auf die reichen Erfahrungen an der Rhône, an der Mosel und dem Neckar, an der Elbe, Oder und an der oberen Donau Bezug, empfiehlt die Verwendung leichter eiserner Schiffe, von denen je drei für die Etsch und den Inn zu beschaffen wären, und berechnet das Erfordernis für die Einrichtung und Durchführung des Betriebes mit 300.000 Gulden, so daß die Ausgabe von 1000 Aktien zu je 300 Gulden genügen würde, das patriotische Werk zu verwirklichen,
Graf Brandis holte zunächst das Gutachten der technischen Provinzialbaudirektion ein und unterbreitete, als dies günstig lautete, den Vorschlag Negrellis den Tiroler Ständen, bei denen er „vollen Anklang fand“ — wie es in dem vom ständischen großen Ausschuß-Kongresse an Negrelli gerichteten Schreiben vom 16. Mai 1843 heißt, das Negrelli Dank und Anerkennung sagt und ihn um Rat und Förderung in allen baufachlichen Fragen Tirols ersucht. Der Kongreß beschloß, an Se. Majestät die Bitte zu richten, daß die notwendigen technischen Erhebungen und Vorarbeiten auf Kosten des Staatsschatzes bewirkt oder, falls die-