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In der Heimat - In der Schweiz - In Österreich : mit einem Bildnisse / von Alfred Birk
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III. In Österreich (1840 bis 1848)

ser Bitte nicht willfahrt werde, auf den einzigen zur Verfügung stehenden Provinzialfond, den ständischen Getreideaufschlag, übernommen werden sollen. Negrelli regt in einem späteren Schreiben an den Kongreß die Fühlungnahme mit der Baudirektion an, um durch Er­hebung aller technischen Daten die von Sr. Majestät erbetene technische Untersuchung wesentlich zu ver­einfachen und zu erleichtern . . . Mit diesem Schreiben vom 22. Juni 1843 schließt die Aktenlage weder der Nachlaß Negrellis, noch das Landesarchiv birgt weitere Dokumente. Es ist kaum zu bezweifeln, daß das rasch wachsende Interesse für Eisenbahnen, das sich in immer wieder auftauchenden Projekten äußerte, den Vorschlag Negrellis zunächst in den Hintergrund drängte und schließlich ganz vergessen ließ.

Im Oktober des Jahres 1844 reiste Negrelli in die Schweiz; die Munizipalität der Stadt Neuchâtel hatte sein Gutachten über die Vollendung des von ihm ent­worfenen Juragebirgtunnels für die Ableitung des Berg­stroms aus der Stadt erbeten. Auf dieser Reise be­rührte Negrelli auch Stuttgart. In den zwei Jahren, die seit seinem Gutachten über die württembergischen Eisenbahnen verflossen waren, hatte sich diese Frage nur wenig ihrer Lösung genähert. Man war in letzter Zeit mit der Organisation des Baudienstes und mit der Ausbildung des hiefiir notwendigen Personals beschäf­tigt; der Minister des Innern, Dr. Schlayer, hatte sich schon im Jahre 1843 an Negrelli mit der Frage ge­wendet, ob nicht einzelne der zuBaukondukteuren ausersehenen württembergischenBaupraktikanten eine ausbildende Verwendung beim Bahnbaue in Öster­reich finden könnten und hatte ihn auch um Vorschläge für die Besetzung der zweiten Oberingenieurstelle erster Oberingenieur war von Bühler ersucht. Den