Dokument 
In der Heimat - In der Schweiz - In Österreich : mit einem Bildnisse / von Alfred Birk
Entstehung
Seite
181
Einzelbild herunterladen

2. Im Dienste der Generaldirektion der Staatsbahnen 1$)

Stößen der liberalen Freischaren mit den Regierungs­truppen Kunde bringen, entmutigen ihn nicht im Ge­genteil: gerade jetzt und gerade angesichts dieser un­heilvollen inneren Wirren muß die Eisenbahnfrage rege erhalten werden, denn sie wird die Bevölkerung von den politischen Kämpfen ablenken, sie wird zur Be­ruhigung der Parteien mehr beitragen als alle Noten und Vermittlungen, denn die Eisenbahnen sollen wie ein Regenbogen über der Schweiz erglänzen.

Escher, Ott-Imhof, Pestalozzi und Schultheiß Landolt treten zu einer Gesellschaft zusammen, um alle vorbereitenden Schritte einzuleiten. Negrelli wird die unbedingte Leitung der ganzen Unternehmung im Ein­verständnis mit der Direktion übertragen ihm wird das entscheidende Wort Vorbehalten; es soll keine Überprüfung seiner Protokolle stattfinden; ganz beson­ders verwahrt sich Negrelli gegen die damals so be­liebte Berufung fremder Techniker, namentlich Eng­länder als Experten . . . gerade diese Unabhängigkeit, die ihm die Möglichkeit bietet, seine Gedanken und Pläne selbst zu vertreten und unbeschränkt auszu­führen sie ist ohne Zweifel auch ein Faktor, der sein energisches Eintreten für die Schweizer Bahnen mit­bestimmt. Jedenfalls tritt für Negrelli die persönliche finanzielle Seite in den Hintergrund, denn der im No­vember 1845 abgeschlossene Vertrag sichert ihm ein jährliches Honorar von nur 10.000 französischen Fran­ken mit dem Versprechen der Erkenntlichkeit in Barem oder in Aktien nach Vollendung des Bahnbaues. Die Gesellschaft legt ganz besonderen Wert auf Negrellis Mitwirkung, von der nach ihrer Überzeugung der finan­zielle und technische Erfolg abhängen, denn Negrellis Name, an den sich die für jene Zeit großartigen Bahn­bauten im Norden Österreichs knüpfen, ist Gewähr für