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111. In Österreich (1840 bis 1848)
gen nach dem System der Einheitspreise, das sich in Österreich glänzend bewährt hat; unter harten Kämpfen setzt Negrelli die Anwendung der bei den Staatsbahnen Österreichs eingeführten Wagen mit Drehgestellen durch; sie werden gleich den Lokomotiven aus deutschen Werkstätten bezogen, während englische Werke die Schienen liefern. 74 ) Zürich schenkt den Grund für den Bahnhof. Von allen Ländern drängen sich Leute zum Bahnbaue — aber Negrelli hält strenge Musterung; er wählt nur Personen, auf die er vertrauen kann, er will „nicht Abenteuerer und Glücksritter.“
Die Suezkanalfrage, die damals von Frankreich aus in den Vordergrund gerückt wird, führt Negrelli nach Paris; er spricht mit Arlös Dufour, der Aktionär der Nordbahn ist, mit Rothschild, der sich für sie interessiert; er freut sich, seine Anschauung, daß die Bahn auf schweizerischen Boden verbleiben soll, von ihnen geteilt zu hören. Im Juni 1846 verlautet, daß die badische Regierung den Anschluß der schweizerischen Nordbahn bei Koblenz an die badischen Bahnen genehmigt habe; die Aargauer Regierung bestürmt die Regierung des Standes Basel-Landschaft, den Widerstand fallen zu lassen. Aber die wirtschaftlichen Verhältnisse wenden sich zum Ungünstigen. Aus der allgemeinen Krise, die in Eisenbahnpapieren ausgebrochen ist und von der wir noch hören werden, erwachsen der Nordbahn große Schwierigkeiten; die Aktionäre in Österreich sind außer Stande, die zweite Rate ihrer Einzahlungen zu leisten; auch in Deutschland und in Frankreich fehlt es an Geld für die Schweiz. Negrelli bemüht sich in Wien, eine Katastrophe zu verhindern; in der Schweiz selbst leidet das Interesse am Eisenbahnbau unter den wachsenden politischen Unruhen. Der Kosten-