2. Im Dienste der Generaldirektion der Staatsbahnen 195
ihm Kübeck mitgab, waren frei von jedem kleinlichen Sinne und verfolgten die Ermöglichung günstiger Abschlüsse. Die großen Verdienste Negrellis um eine glücklicheLösung der schwebendenFragenwurdenvom König von Preußen durch die Verleihung des Roten Adler-Ordens anerkannt. Die Verbindung der beiden Qrenzbahnhöfe erfolgte durch eine 3.31 km lange Verbindungsbahn, für die die Nordbahngesellschaft eine gesonderte Genehmigung erhielt und deren Eröffnung bis zur Oder im Jahre 1848 stattfand; über die Oder wurde bis zur Vollendung der Brücke der Verkehr auf der Landstraße aufrecht erhalten. Erst im Jahre 1849 war der Schienenweg von Wien nach Berlin vollendet, der erste Schienenweg, der die Grenzen des Reiches überschritt.
Noch stand die Bahn von Olmütz nach Prag im Bau, als Negrelli schon mit einer neuen wichtigen und schwierigen Aufgabe betraut wurde, mit den Vorbereitungen für den Bau der galizischen Bahn, die in Bochnia an die Nordbahn anschließen und bis Lemberg führen sollte, um von da aus durch Flügelbahnen die staatlich ungemein wichtigen Verbindungen mit Brody und Czer- nowitz zu schaffen. Es handelte sich um Bahnen von mehr als 600 km Länge, deren Bau im Hinblicke auf ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung einerseits und auf die rasch näher rückende Vollendung der Nordbahnlinie anderseits besonders dringend erschien. So viel verhältnismäßig in den letzten Jahrzehnten für das Verkehrswesen in den westlichen Provinzen Österreichs geschehen war, so wenig hatte die Regierung für jene nordöstlichen Landesteile getan, in denen das kulturelle Leben vollständig darniederlag. Es genügt, einige Zeilen aus einem Briefe zu wiederholen, den Negrelli an seinen Freund Direktor Escher in Zürich