2. Im Dienste der Generaldirektion der Staatsbahnen 201
det Negrelli nach Zürich, „sind ungeheuer gefallen — unsere Aktien der Schweizer Nordbahn wurden gestern 93y2 losgeschlagen! Es herrscht große Bestürzung — und ich glaube kaum, daß unter solchen Umständen die zweyte Einzahlung für die Schweizer Nordbahn geleistet werden könne! Das Geld kostet jetzt hier 10 bis 12% — daher es nicht seyn kann, daß man es um solchen Preis aufnähme, um 4% dafür zu erhalten.“ Im September 1847 erfolgte definitiv die Auflösung der Kasse, die um 25 Millionen Gulden mehr als die Hälfte aller Aktien der Ungarischen Zentralbahn, der lomb.- venet. Ferdinandbahn, der Wien—Gloggnitzer und der Oedenburgerbahn erworben hatte. „Hier ist seit gestern — heißt es in einem Briefe Negrellis vom 19. September 1837 — eine förmliche Stockung auf der Börse eingetreten ! Baron Kübek hat plötzlich die Aktieneinkäufe auf Rechnung des Staates zu bestimmten Preisen eingestellt — und hierauf ist Alles, was einen Cours hatte, tief gefallen. Die Nordbahn, welche 8% tragen, waren zu 130 ausgeboten — und fanden keine Abnehmer! Ich halte indessen dafür, daß der Schrecken bald vorüber gehen wird — und daß die guten Papiere ihren Stand wieder einnehmen werden. Darum dringe ich darauf, mein Guthaben von dort bald hieher zu bekommen, weil ich glaube, daß mit wenig Geld dermalen Großes gewonnen werden könne.“
Flüchtige Bemerkungen in den Briefen an seine Freunde von der Schweizer Nordbahn geben dieser letzterwähnten Äußerung eine Deutung in dem Sinne, daß Negrelli auch jetzt noch daran dachte, sich ganz frei zu machen. Vielleicht wollte er private Bautätigkeit entfalten, deren Aussichten ihm erfolgreich erschienen, immerhin aber hielt er sich auch den Weg in den definitiven Staatsdienst offen; und dazu mochte