poltert ins Zimmer und meldet mir den Besuch des Kaisers. In Begleitung seines alten Generaladjutanten von Messen trat er ins Zimmer, setzte sich zu mir ans Bett und ließ sich über meine Verwundung und die Kämpfe meines Korps berichten. Dann erzählte der Kaiser von den anderen Kriegsschauplätzen. Ich war damals überrascht, wie günstig er unsere Gesamtlage beurteilte.
Während der Kaiser noch bei mir war, kreisten feindliche Flieger über Wervicq und warfen Bomben ab, die auf die in unmittelbarer Nähe des Ortes stehende Korpsreserve gemünzt waren.
Zum Abschied genehmigte der Kaiser meine Bitte, die Führung des Korps trotz meiner Verwundung beibehalten zu dürfen. Nach zehn Tagen war ich wieder so weit, daß ich am Stock herumhumpeln und wieder nach unserem Gefechtsstand in Tenbrielen vorfahren konnte.
Die Angriffe wurden Tag für Tag fortgesetzt, kamen bei der Ermüdung der Truppen aber nicht mehr recht vorwärts. Wir hatten uns zwar allmählich bis auf 6 lem an Ppern herangekämpft, aber der flache Rücken, der sich östlich und südlich der Stadt — von Hooge an der großen Straße über Höhe 60 auf Verbranden Molen — hinzieht, verwehrte uns wie ein natürlicher Schutzwall den Einblick in die weite Talsenke, in der die alte Stadt mit ihren weltberühmten Tuchhallen eingebettet liegt. Dieser Höhenzug war noch in den Händen des Feindes. Die Engländer des General French, meist alte erfahrene Kolonialsoldaten, hatten sich, verstärkt durch Inder, in dieser taktisch ausgezeichneten Position hinter Drahthindernissen verschanzt.
Obwohl die Truppen bei miserablem Wetter im Schlamm und Dreck des flandrischen Bodens und durch schwere Verluste unverkennbar an Kampfkraft eingebüßt hatten, sollte noch einmal ein großangelegter Durchbruchsversuch auf Ppern unternommen werden. Dazu wurde am 8. November die Stoßgruppe Linsingen gebildet, der mein XV. Korps unterstellt wurde. An frischen Truppen kam das Korps Plettenberg (Generalkommando des GardekorpS) mit der gemischten Gardedivision Winkler und der 4. Division hinzu. Die neue Gruppe Linsingen sollte im bisherigen Gefechtsabschnitt des XV. Korps auf Ppern durchstoßen.
Der Angriff begann am n. November. Die Garderegimenter, i., z., Franz und Augusta, waren an der Straße Gheluvelt—Vpern
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