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mit überlangen Beinen und zu kurzem Oberkörper, so daß seine Füße beim Reiten fast bis auf den Erdboden Herunterhingen. Die linke Schulter war immer ein wenig hochgezogen. Über dem kurzen Oberkörper saß ein ungemein ausdrucksvoller Kopf: scharfgeschnittene gerade Nase, energisches Kinn und bartloser Mund mit vielen Falten und Fältchen drum herum und zwei langen Schneidezähnen, die unter der Oberlippe neugierig hervorsahen. Daö an den Schläfen ergraute Haar pflegte er unvorschriftömäßig lang zu tragen. Verschönt wurde dieses merkwürdige Gesicht durch ein Paar großer brauner Augen, auö denen Geist und Güte zugleich strahlten.
Seiner Erscheinung entsprachen auch außergewöhnliche Gepflogenheiten. Er war Junggeselle und bewohnte ein einfaches HauS in einer Seitenstraße. In seinem Wohn- und Arbeitszimmer duldete er weder Teppiche noch Gardinen oder Sofas und Polstermöbel. Den einzigen Wandschmuck bildete ein Thermometer.
Genau so einfach wie Haeseler wohnte, war er auch im Essen und Trinken. Er war völliger Abstinent und hatte in den Kantinen seines Armeekorps alle Spiritussen verboten. Selbst an der Hoftafel ließ ihm der Kaiser immer eine Flasche Milch vorsetzen.
Haeselers Arbeitstag begann mit Sonnenaufgang. Im Sommer mußte ihn der Offizier des Stabes, der zu seiner Begleitung bestimmt war, um vier Uhr früh zu Pferd an seiner Wohnung abholen, um zu den Truppenübungen oder Besichtigungen hinauszu- reiten. Es verging kein Tag, an dem Haeseler nicht beim Dienst der Truppen erschien. Sein ganzes Streben war auf kriegsmäßige Ausbildung gerichtet. Auf Paradedrill legte er keinen Wert. Als ich ihn eines schönen Morgens nach FreScaty zu begleiten hatte, hörten wir von weit her die Klänge eines Parademarsches. „Ich glaube gar", sagte der Kommandierende General, „da übt jemand bei diesem herrlichen Gefechtswetter Parademarsch. Reiten Sie hin: daö Bataillon würde in der linken Flanke von feindlicher Kavallerie angegriffen." In gestrecktem Galopp überbrachte ich dem Bataillonskommandeur diese Meldung. Der Musik blieben vor Schreck die Töne im Halse stecken, dem Major gelang es aber noch, eine leidliche Gefechtsfront zu bilden, nur der Mann mit der großen Pauke und der mit dem Bombardon fielen dem Kommandierenden in die
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