als Soldat und als Mensch gleich viel zu danken habe, wurde mir ehrlich schwer. Später ist mir bekannt geworden, daß Haeseler mich nach zwei weiteren Jahren beim Militärkabinett als Stabschef beantragt hatte. Statt dessen wurde ich, wie wir noch sehen werden, Abteilungschef in der „Großen Bude".
Im Jahre 190z wurde Haeseler zum Feldmarschall emannt und trat in den Ruhestand. Damals ging folgendes Gedicht durch die deutsche Presse, das ein Offizier seines Armeekorps verfaßt hatte:
„Wenn Graf Haeseler geht" (F. v. O.)
Achtung! — Präsentiert das Gewehr Und lasset die Fahnen wallen:
Es scheidet ein Mann aus dem deutschen Heer,
Der war der Beste von allen!
Er war kein Held nach dem Gardestil,
Kein höfischer, höflicher Lunker;
Er hielt auf prahlenden Glanz nicht viel,
Auf Ehren und glitzernde Klunker.
Er war kein Held beim Champagnerglas Wie andere Generale;
Er redete nicht über dies und das,
Am Wort sich berauschend beim Mahle.
Ein Held der Gassen auch war er nicht,
Umjubelt, umtanzt von der Menge.
Er war ein Held der ehernen Pflicht,
Ein Held der eisernen Strenge.
Und wenn er befahl, so gehorchten sie stumm.
Sie hätten, wenn er es befohlen,
Versucht auch, ohne zu fragen warum,
Den Mond vom Himmel zu holen.
Er jagte sie oft in die Winternacht Vom Tanz und rauschenden Festen.
Es war ihm heiliger Ernst um die Wacht,
Die Grenzwacht im deutschen Westen!
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