durch Kopfschuß. Ich hatte einen ausgezeichneten Gehilfen und prächtigen Menschen verloren.
Die Lage wurde kritisch. Infolge von Detachierungen auf das andere Ufer des Auob zählte die Kompagnie nur 50 Gewehre, während uns etwa dreihundert Mann von Simon Copper aus Gochas gegenüberlagen. Die Hottentotten erkannten ihren Vorteil und suchten uns links zu umfassen. Gegen 4 Uhr nachmittags schickte ich Befehl an die zurückgelassene Halbbatterie, unter Aufbietung aller Kräfte auf das Gefechtsfeld zu kommen. Unteroffizier Brehm vom Feldsignaltrupp raste in Karriere mit dieser Order unter den Schüssen der Hottentotten zurück.
Bange, endlose Stunden vergingen. Die Gefahr wuchs zusehends. Würden wir die Stellung bis zur Dunkelheit halten können? Um 7 Uhr abends sauste plötzlich die erste Granate über unsere Köpfe hinweg und schlug in die Linie der Hottentotten ein. In der Dämmerung wurden die Geschütze in die Feuerlinie vorgezogen und belegten den Feind mit Kartätschen. Die Wirkung war so groß, daß der Gegner um 8 Uhr abends auf der ganzen Linie abbaute und eiligst in nördlicher Richtung verschwand. Am nächsten Morgen traf die Abteilung Lengerke bei HaruchaS ein, so daß nunmehr jede ernstere Gefahr hier beseitigt war. Wo aber blieb die Abteilung Meister, die am 4. Januar Gochas, am Auob entlang marschierend, erreichen sollte?
Am anderen Tage war immer noch keine Spur von Meister zu finden. Meine Sorge um ihr Geschick wuchs mit jeder Stunde. Ich brach daher um 2 Uhr nachmittags mit den beiden Abteilungen Ritter und Lengerke nach Gochas auf. Schon nach einer Stunde stießen wir von neuem auf die Hottentotten, die eine Stellung auf dem westlichen Ufer des Auob besetzt hatten. In mehrstündigem Kampf, der uns 4 Tote und 14 Verwundete gekostet hat, schlugen wir den Gegner zurück und erreichten am nächsten Morgen Gochas, ohne Widerstand zu finden.
Von der Abteilung Meister lag immer noch keine Meldung vor. Alle Versuche, die Verbindung durch Patrouillen oder den Heliographen herzustellen, waren erfolglos geblieben. Was war vorgefallen? Hatte Hendrik Witboi uns bei HaruchaS und Gochas durch die Simon-Copper-Leute aufhalten lassen, um sich mit seiner
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