waren. Um GochaS zu erreichen, mußten die Truppen von Lengerke allerdings eine Durststrecke von no irrn zwischen Koes und Persip durchqueren. Ich ordnete an, daß alle drei Abteilungen am 4. Januar in GochaS zusammentreffen sollten.
In die Zeit der Vorbereitungen für die geplante Operation fiel das Weihnachtsfest. Wer will es uns verdenken, daß an diesem Abend unser aller Gedanken bei unseren Lieben in der Heimat waren, von denen wir nur in wochenalten Briefen hörten. Am Heiligen Abend holte uns der Bezirköamtmann von Brandt, der Nachfolger des ermordeten Burgsdorf, zu einer kleinen stimmungsvollen Feier ab. Eine Wirtsstube war als AndachtSraum hergerichtet und ein afrikanischer Baum als deutscher Christbaum mit Lichtern und buntem Schmuck zurechtgemacht worden. Jungens und Mädels standen mit glänzenden Augen davor. Der Missionar hielt die Andacht. Wir saßen in den vorderen Reihen, dahinter die „Damen" der Kolonie, meist Burenfrauen, während die Männer, lauter sonnengebräunte, wetterharte Gesichter, sich im Hintergrund hielten. Zum Schluß der Andacht sangen die Kinder vierstimmig: „Es ist ein Ros' entsprungen". Für die kleinen Geschenke, die ich zu der schlichten Feier beisteuern konnte, wurde ich durch ein langes Gedicht von Kinderlippen geehrt. Ein gemeinsames Abendessen mit den Honoratioren und ein Tänzchen mit den Schönen von Gibeon bei Z2 Grad R gaben den Abschluß unserer Weihnachtsfreuden.
Am i. Januar trat ich mit der Abteilung Ritter den Vormarsch auf Gochas bei glühender Hitze an. Am z. machte uns die Überwindung der dem Auobtal vorgelagerten Dünen von 10—20 m Höhe derartige Schwierigkeiten, daß wir schweren Herzens die mit Ochsen bespannte Halbbatterie zurücklassen mußten. Bald nach Mittag erreichten wir die Wasserstelle Haruchas, die mitten in dem hier 400 m breiten Auobtal liegt.
Als wir gerade beim Tränken waren, wurde der Anmarsch zahlreicher Hottentotten von Süden her gemeldet. Mein Regimentsadjutant Oberleutnant Ahrens besetzte mit ein paar Leuten des Stabes eine mehrere 100 m vor dem Lager befindliche Sandkuppe, um den Feind aufzuhalten, bis die Kompagnie gefechtsbereit war. In dem sich entspinnenden Feuergefecht fiel Oberleutnant Ahrens
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