erkannte. Sie war mit ihrem LoS sehr zufrieden und erfreute sich als geschickte Waschfrau allgemeiner Beliebtheit.
Am i;. April trat ich an Bord der „Alexandra Woermann" die Heimreise an. Lange blickte ich zurück auf das Land, in dem ich ein so ereignisreiches Jahr erlebt hatte. Meine Gedanken waren bei meiner Truppe, der ich baldige Niederwerfung des AufstandeS wünschte. Wenn nicht — so war ich fest entschlossen, nach Erlangung meiner Felddienstfähigkeit nach Südwest zurückzukehren. Langsam entschwand die Küste.
„Was befehlen Herr Oberst zum Frühstück? Kaviar, Lachs, frischen Hummer?" fragte hinter mir ein höflicher Steward. Ich muß in Gedanken an die furchtbaren Entbehrungen auf der „Pad" ein sehr dummes Gesicht gemacht haben, denn ganz verlegen zählte der gute Mann weiter auf: „Portwein, Madeira, Sherry?"
Vor ein paar Tagen noch Hottentottenbeef mit Wüstensand und heute die übertrieben üppige Speisekarte eines modernen Passagierdampfers ! Wie gern hätte ich diesen überraschenden Wechsel meinen abgemagerten Reitern gegönnt. Aber der Mensch gewohnt sich an alles und besonders rasch, wenn er sich verbessert.
Meinem „Moritz" wurde der Übergang vom afrikanischen Pad- leben zu raffinierter Kultur viel schwerer als mir. Seine gute Erziehung als deutscher Schäferhund vergaß er in gleicher Weise auf dem Promenadendeck wie im Salon oder in meiner Kabine. Er brauchte geraume Zeit, um sich in der Zivilisation wieder zurechtzufinden, aber er blieb mir treu. Wenn ich nicht bei ihm war, fraß er nicht einen Brocken. So wanderten wir jeden Mittag zusammen zur Küchentür.