noch nie durchbrausten. Wir wissen uns einig mit der Bürgerschaft Freiburgs, wenn wir Seiner Exzellenz zum Geburtstag den Wunsch übermitteln, es möge ihm vergönnt sein, noch viele Jahre in gleich jugendlicher Frische und Elastizität des Körpers und des Geistes wie heute dem Vaterland zu dienen, für das sein kampfbereites Soldatenherz in jugendlichem Feuer allezeit glühte."
Die von mir gegründete Jugendwehr lag mir besonders am Herzen. Ich nahm die Jungens (Volks-, Handels-, Gewerbe-, Mittel- und Fortbildungsschüler) gelegentlich mit zu den Garnisonübungen und ließ sie dann beim Einrücken in die Stadt stolz vor der Truppe her mit Musik marschieren. Auch an den Paraden bei feierlichen Anlässen nahm sie teil. Einmal kam der Prinz Max von Baden, der sich lebhaft für die Jugendwehr interessierte, zu ihrer Besichtigung nach Freiburg, wo wir ihm eine gelungene Übung an der Jähringer Burg vorführten.
Mit dem Schweizer Militär unterhielt ich gute nachbarliche Beziehungen. Wenn wir eine größere Truppenübung oder ein Manöver an der Schweizer Grenze machten, lud ich immer die Schweizer Offiziere auS Zürich als Zuschauer ein und hatte die Freude, daß sich die eidgenössischen Kameraden zahlreich zu diesen Übungen einfanden. Unter meinen Erinnerungen habe ich heute noch eine Glückwunschadresse der „Jnfanterie-Offiziersgesellschaft in Zürich", die mir anläßlich meiner Ernennung zum Kommandierenden General überreicht wurde.
In dieser Zeit verdunkelte sich der politische Horizont immer mehr, und immer drohender trat das Gespenst eines europäischen Krieges hervor.
Im Sommer 1911 wurde Fez von den Franzosen besetzt, unter Verstoß gegen den 1906 zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossenen Vertrag von Algeciras. Das Auswärtige Amt in Berlin entschloß sich zu energischen Gegenmaßnahmen. So wurde unter Zustimmung des Kaisers das Kanonenboot „Panther" nach dem kleinen Hafen Agadir an der marokkanischen Küste entsandt, wo einige wagemutige deutsche Firmen Konzessionen erworben hatten. Durch diese Demonstration hoffte man, von Frankreich eine Entschädigung für die Besitzergreifung Marokkos zu erhalten.
Dieser „Panthersprung" hat mehr noch in England als in
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