Herren zusammen zu mir gebeten, um sie wieder in persönliche Berührung zu bringen und Grundlagen für ein etwa nötig werdendes gemeinsames Handeln zu geben.
In den letzten Tagen hat Oberst von Reuter keine Patrouillen mehr durch die Stadt gehen lasten, sondern nur eine starke Wache in der Kaserne bereitgehalten. An den Abenden hat vollständige Ruhe geherrscht. Es ist dies um so bemerkenswerter, als am Morgen des 2. Dezember der Leutnant von Forstner in Dettweiler einen Zusammenstoß mit Zivilisten hatte, bei dem er einen Mann durch einen Säbelhieb verwundete, ein Vorfall, der im „Zaberner Anzeiger" in der gehässigsten Weise entstellt wurde. Ob die Ansicht des Kreisdirektors, der diese Ruhe auf seine Anordnungen und auf das Fehlen der Patrouillen zurückführt, richtig ist, oder ob nicht vielmehr das energische Auftreten des Militärs die Ursache davon ist, läßt sich schwer sagen.
Ich halte mich jedenfalls für verpflichtet anzuführen, daß die Zivilbehörde eine dauernde Beruhigung nur von einer Versetzung des Oberst von Reuter und der Leutnants von Forstner und Schad erwartet. (Letzterer kommandierte die Wache am 28. November.) Der Kreisdirektor führt besonders aus, daß nur so der immer weitergehenden Hetze die Spitze abzubrechen sei.
Daß Oberst von Reuter mit seiner etwas schroffen Art bei einer so empfindlichen Bevölkerung Anstoß erregen kann, daß die letzten Vorfälle auch bei den altdeutschen Elementen geschadet haben und daß die Hetzprefse ihn dauernd angreifen wird, mag wohl richtig sein. Ob es angezeigt ist, hierauf eine so große Rücksicht zu nehmen, wie sie in der Versetzung eines Regimentskommandeurs zum Ausdruck käme, vermag ich nicht zu beurteilen.
Anders liegt es mit dem Leutnant von Forstner. Ganz abgesehen von dem eigentlichen Anlaß der Mißstimmung ist seine Person durch verschiedene Umstände, so die Veröffentlichung von Forderungsschreiben französischer Offiziere in hiesigen Blättern, der Erzählung von Manövererlebnifsen und dergleichen mit einem gewissen Makel der Lächerlichkeit behaftet, so daß er immer wieder die Zielscheibe für Verspottung sein wird und sein Verbleiben im Regiment dem Ansehen des Offizierkorps abträglich sein muß. Da ferner Leutnant von Forstner, der sich dauernd schwierigen Lagen
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