fremder Führung in den Großkampf geworfen zu werden. Damals begann nicht planmäßig, sondern durch den Mangel an angriffs- fähigen Truppen bedingt der unerquickliche Zustand, daß die Divisionen als Kampfeinheiten bei anderen Generalkommandos eingesetzt wurden. Nur zu leicht wurde so das Gefühl lebendig, für andere die Kastanien aus dem Feuer holen zu müssen. Auch für die Kommandierenden Generäle ging der persönliche Einfluß verloren, der nicht auf den goldenen Achselstücken, sondern auf dem Vertrauen von Mann zu Mann beruhte.
Ich setzte die Division Hoffmann im Gefechtsstreifen der Zy. Division ein, und am 17. November stürmten die tapferen Truppen zusammen mit meiner zo. Division noch einmal gegen die englischen Linien vor. Aber auch dieser Angriff brachte keine wesentlichen Fortschritte, geschweige denn den erstrebten Durchbruch. Die Division Hoffmann verlor in wenigen Tagen zooo Mann und zahlreiche Offiziere. Am 25. November wurde sie herausgezogen und abtransportiert. Mit bitterer Enttäuschung werden die braven Regimenter an den blutgetränkten Schlamm vor Dpern zurückgedacht haben.
Wir waren am Ende mit unserer Angriffskraft. Vollkommen erschöpft durch dauernde Gefechte, Verluste und Regen grub sich das Korps unter unsäglichen Schwierigkeiten in den Morast und ging zum Stellungskrieg über.
Auch die 4. Armee rechts von uns war am Ende ihrer Kraft. Große Teile der begeisterten Jugendkorps waren vom Feuer der Kanadier hingemäht worden. Dann hatten die Belgier die Schleusen der Pser geöffnet und das Tiefland weithin unter Wasser gesetzt.
Die Hoffnung Falkenhayns, durch einen Durchbruch im Norden die Initiative wieder an sich zu reißen und in Besitz der Kanalküste zu kommen, war somit gescheitert. Wegen Erschöpfung der Truppen verebbten die Kämpfe in Flandern langsam, und die Front erstarrte auch hier wie nach Süden hin bis zur Grenze der Schweiz. Die Armeegruppe Ansingen wurde aufgelöst und mein Korpsabschnitt der 4. Armee des Herzogs von Württemberg unterstellt.
Ende November suchte mich der Generalstabschef dieser Armee, Generalleutnant Ilse, in Wervicq auf und eröffnete mir, daß die
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