aufgeweichten Trichterfeldes nur Schritt um Schritt vorwärts kamen. Der Angriff wurde unweit deS Dorfrandes zu Boden gezwungen, und die in das Dorf eingedrungenen Stoßtrupps konnten sich ohne Unterstützung von rückwärts nicht halten.
Der Führer der Angriffstruppen entschloß sich zu dem Versuch, Sailly nach Einbruch der Dunkelheit ohne Artillerievorbereitung im Handstreich zu nehmen. Um zehn Uhr abends brachen die Sturmabteilungen aus ihren wassergefüllten Granatlöchern von neuem vor. Da schlägt ihnen aus dem stark besetzten Dorfrand heftigstes Maschinengewehrfeuer entgegen, das Sperrfeuer der feindlichen Artillerie setzt wieder ein — und der heldenmütige Vorstoß bleibt buchstäblich im Schlamm stecken.
Nach diesem neuen Mißerfolg befahl ich die Einstellung des Angriffs auf Sailly. Es war wieder einmal in erschreckender Deutlichkeit der Beweis geliefert von der Ohnmacht der Menschen gegenüber dem Material, selbst wenn es sich wie bei den Stoßtrupps um Menschen handelte, die als die Besten aus der Masse ausgesiebt waren.
Es waren schwere Tage für das XV. Korps, die Tage von Sailly-Saillisel. Tag und Nacht trommelte die französische Artillerie auf unsere Truppen, die ohne warme Verpflegung bis zu den Knien im kalten Wasser der Trichter standen und in solcher Lage dreiund zwanzig schwere französische Angriffe, zum Teil im Gegenstoß, abgewiesen haben.
Auch der Heeresbericht vom 6. November erwähnte ehrenvoll die Regimenter des Straßburger KorpS, und der Bürgermeister von Straßburg, Dr. Schwanker, sandte mir telegrafisch die herzlichen Grüße der Stadt an die tapferen Truppen. Ich freute mich besonders für die elsässischen Mannschaften und Offiziere meines Korps, die eine Anerkennung aus der unter dem Kriege besonders schwerleidenden Heimat wirklich verdient batten.
Nach diesen Tagen übermenschlicher Anstrengung und blutigerVer- luste beschloß das Oberkommando die Ablösung meines KorpS. Wir waren „abgesommt", wie man damals mit bitteren Gefühlen sagte.
Noch ehe die Ablösung durchgeführt war, glückte am frühen Morgen des 15. November ein Handgranatenangriff der Stoßtrupps von der zo. Division mit Unterstützung der Nachbartruppen
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