elsässischen Frage, insbesondere über die Haltung der elsässischen Soldaten, nicht mehr in der Presse Stellung zu nehmen.
Darauf schrieb ich einen ausführlichen Brief an Feldmarschall von Hindenburg, dem ich folgendes entnehme:
„Wenn ich den Elsässern im Verbände des XV. Korps ein gutes Zeugnis ausstellen konnte, während andere Stellen bittere Klagen über ihre Unzuverlässigkeit führen, so liegt die Erklärung für diesen Zwiespalt der Urteile einmal darin, daß ich in meinem Korps die jüngsten und besten Elsässer hatte und zahlreiche tüchtige elsässische Offiziere, die ihre Landsleute richtig zu nehmen und zu behandeln verstanden. Zum anderen aber darin, daß in meinem Korps streng darauf gehalten wurde, daß man den Elsässern nicht von vornherein mit Mißtrauen und Voreingenommenheit begegnete und daß man nicht die Verfehlungen einzelner der Gesamtheit aufs Konto setzte. Hierzu neigten zu leicht Vorgesetzte, die fremd in das Armeekorps hereingekommen, die Elsässer nicht anders als aus dem Zaberner Prozeß kannten.
Gewiß sind auch vom XV. Korps Elsässer an die Ostfront abgeschoben worden. Diese Maßregel blieb aber auf die wirklich Unzuverlässigen beschränkt, das Ehrgefühl der Masse wurde geschont und hochgehalten. Deshalb hat sie auch ihre Pflicht und Schuldigkeit getan.
Noch eines anderen Umstandes bitte ich Erwähnung tun zu dürfen, der gleichfalls die Stimmung der Elsässer ungünstig beeinflußt hat. Es ist dies die oft engherzige und bürokratische Handhabung der Bestimmungen über die JureiseerlaubniS bei Heimaturlaub.
Wenn jetzt — wie Ew. Exzellenz schreiben — die elsässische Bevölkerung von einem deutschfeindlichen Geist erfüllt ist, so wird man sich dem Bekenntnis nicht verschließen können, daß neben der allgemeinen Lage auch die Fehler mit schuld sind, die wir in der Kriegszeit in der Behandlung der Elsässer gemacht haben. Gegen diese Fehler wird man den Hebel anzusetzen haben, wenn Wandel geschaffen werden muß, um die nach ihrer Abstammung so kerndeutsche Bevölkerung dem Deutschtum zurückzugewinnen.
Ich habe geglaubt, im vorstehenden offen meine Ansicht aus- sprechen zu dürfen, weil es vielleicht für Ew. Exzellenz von einigem
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