Kriegshetzereien der „Hakenkreuzler" und „Stahlhelmer" und „Wikinger" und wie sie alle heißen. Und es wird der Welt zeigen, daß nicht jene irregeleiteten nationalistischen Chauvinisten das deutsche Volk repräsentieren, sondern daß die große Mehrheit des deutschen Volkes die Republik, den Frieden und die Völkerverständigung will.
Viele Tausende sind dem Ruf des Reichsbanners schon gefolgt, Hunderttausende müssen noch dem Beispiel folgen. Denn diese Organisation ist von größter Bedeutung für unser innerpolitisches Leben. Sie wird mithelfen, die Zwietracht und den Hader im deutschen Volke zu überwinden und wird den Gedanken stärken, daß nur auf dem Boden der Republik und im Bewußtsein der Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes die Wiedererstarkung Deutschlands erreicht werden kann.
Ich rufe alle Kriegsteilnehmer zum Beitritt auf. Ganz besonders die Offiziere. Mit gleichgültigem Beiseitestehen und Ge- schehenlassen schaffen wir's nicht. Man muß Farbe bekennen und mitmachen, wenn wir wieder hochkommen wollen. Auch die Jugend rufe ich auf! Fort mit dem Totenkopf und dem Stahlhelm und dem Hakenkreuz und all dem Firlefanz, und hinein in das Reichsbanner! Helft mit, die Republik schützen, den Frieden wahren und das Vaterland wieder aufzurichten.
Das Reichsbanner wollen wir hoch und stolz erheben! Es ist das Jahrhundert alte Symbol der Einheit aller Deutschen, auch unserer Brüder in Österreich. Die Zeit, wo die vom deutschen Volk erwählte Reichsfahne sich schüchtern verstecken muß, ist jetzt ein für allemal vorbei!
Jetzt gilt das Lied von Freiligrath:
In Kümmemis und Dunkelheit Da mußten wir sie bergen.
Nun haben wir sie doch befreit,
Befreit aus ihren Särgen.
Ha, wie das blitzt und rauscht und rollt!
Hurra, du Schwarz, du Rot, du Gold."
An den Festakt im Theater schloß sich eine Volköfeier auf dem Theaterplatz an. Dann kam der Vorbeimarsch des Reichsbanners.
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