aber sehr beachtliche Gegner. Am Waterberg haben sie sich mit Todesverachtung geschlagen.
Die Hottentotten machen auf den ersten Blick einen fast asiatischen Eindruck. Sie sind gelb, schmächtig und klein. Vom Neger haben sie nur daS krause Wollhaar. Von ihren sieben Stämmen waren die Witbois unter Kapitän Hendrik und die Bondelzwarts unter Morenga die gefährlichsten. Ursprünglich waren sie Viehzüchter wie die HereroS, sind aber durch ihre Faulheit und Liederlichkeit verarmt. Ein Leben, wie sie es im Orlog führen konnten, das war ihr eigentliches Element: Reiten, Schießen, Vieh stehlen und gelegentliche Überfälle, um sich Kaffee, Rum und Tabak zu verschaffen. Im Vergleich zu den Hereros, die sich mit Feldkost und Milch begnügen, stellen die Hottentotten wesentlich höhere Ansprüche ans Leben. Sie trugen meist europäische Kleidung und standen doch soweit unter dem Einfluß der Missionare, daß sie an unseren Verwundeten, die in ihre Hände fielen, nicht solche bestialischen Grausamkeiten wie die Hereros verübt haben. Sie waren gute Soldaten und hielten unter ihren Kapitänen straffe Disziplin. Sie saßen leicht zu Pferde, schössen ausgezeichnet und verstanden meisterhaft, das Gelände auszunützen.
Die anderen Rassen in Südwest haben zahlenmäßig nur geringe Bedeutung und sind auch an dem Aufstand unbeteiligt geblieben. Die Bergdamaras sind tiefschwarze Neger und standen als eine Art von Leibeigenen im Dienst der Europäer und Bastards. In der Schutztruppe wurden sie als Ochsentreiber und Bambusen (Diener) verwendet. Die Buschmänner ähneln den Hottentotten, sind aber noch kleiner und zarter. Sie „bevorzugen" Diebstahl und Jagd. Die Bastards sind eine Mischlingsrasse aus Buren und Hottentotten. Sie stehen im ganzen auf einer höheren Kulturstufe als die übrigen Eingeborenen. Während des Aufftandes haben sie die Schutztruppe durch ein brauchbares Kontingent unterstützt.
Warum sind nun die Eingeborenen gegen die deutsche Schutzherrschaft aufgestanden? Ein geschichtlicher Rückblick ist nicht zu vermeiden.
Als der Bremer Kaufmann Lüderitz 1884 für geringes Geld und ein paar Gewehre von einigen Hottentottenhäuptlingen die später nach ihm benannte Bucht mit weitem Hinterland kaufte, gab es in
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