hatte und alle feindlichen Angriffe abwehrte. Diese Station konnte nicht nur die Gefechte der kämpfenden Abteilungen, sondern auch die Biwaks der Hereros am Fuße des WaterbergeS beobachten und das Hauptquartier durch Blinkspruch dauernd auf dem laufenden halten.
Das Ergebnis der Teilkämpfe ließ sich erst am folgenden Tage übersehen: wir hatten einen entscheidenden Sieg gegen diesen Gegner errungen. Die Hereros hatten unter schweren Verlusten ihre sämtlichen Werften geräumt und waren nach Osten und Südosten geflüchtet. Leider gelang es ihnen, bei der Abteilung Heyde, wo unsere Einschließung am dünnsten war, durchzubrechen. Wenn man bedenkt, daß wir mit zusammen 1100 Gewehren eine Linie von 40 1cm angegriffen hatten, so wird klar, daß eine vollständige Einschließung der Hereros nicht zu erhoffen war. Zudem begünstigte dichter Busch ihren Abzug. Wir hatten 26 Tote, darunter 5 Offiziere, und 60 Verwundete, darunter 7 Offiziere, zu beklagen.
Bei der Verfolgung der Hereros kam es nicht mehr zu ernsten Gefechten, ihre Widerstandskraft war vollkommen gebrochen. Sie waren nur noch von dem Trieb beseelt, uns zu entfliehen, und rannten dabei einem anderen Feind, der Gefahr des Verdurftens im Sandfeld, in die Arme. Die Rückzugsstraßen zeigten deutlich die völlige Auflösung des Gegners. Überall lief Vieh herum, daS vor Durst brüllte. Nach Möglichkeit haben wir es an rückwärtige Wasserstellen getrieben.
Nach dem Urteil aller „alten Afrikaner" war eine weitere Verfolgung in das Sandfeld hinein nicht möglich, da die nächsten Wasserstellen 85 km entfernt waren und die Überwindung einer so langen Durststrecke mit stärkeren Truppen für unmöglich galt. Durch einen den HereroS entlaufenen Buschmann erhielten wir aber die Nachricht, daß an diesen Wasserstellen gut bewaffnete Hereros sich festgesetzt hätten. Ich ließ eine schwache Patrouille mit zwei Offizieren zur Erkundung vorgehen. Nach 60 Icm Marsch mußten die Reiter umkehren, da die halb verdursteten Pferde am Zusammenbrechen waren. Wenige Tage später schickte ich eine zweite Patrouille unter den gleichen Offizieren ab, der ich Wasser- wagen mitgab. Diesmal glückte es, das Marschziel zu erreichen. An der Wasserstelle Otjimanangombe wurde die Anwesenheit starker feindlicher Kräfte festgestellt.
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