ein Bur auf schweißbedecktem Pferde angesprengt und meldet mir in größter Aufregung, die Hottentotten seien da und hätten der halben Gebirgsbatterie ihre Pferde und Esel weggenommen. Gleich darauf sahen wir auch dichte Horden von Hottentotten auf das Lager deö Hauptmanns von Krüger zureiten.
Ich ließ die 4. Kompagnie sofort im Galopp vorkommen und zum Angriff gegen die Hottentotten absitzen. Es war die höchste Zeit, denn als die 4. Kompagnie eingriff, war die Lagerbesatzung schon auf beiden Seiten umfaßt. Ohne unser Erscheinen hätte sich die Abteilung Krüger gegen den Zoo Gewehre starken Feind, der unter persönlicher Führung des alten Witboi stand, nicht halten können, und ganz Kub mit unseren Proviantbeständen und Munition, die ich für den weiteren Vormarsch brauchte, wären verloren gewesen. Nach heftigem Feuergesecht, in das auch die Gebirgsgeschütze eingriffen, wurden die Hottentotten zurückgeschlagen. Der Kampf hatte uns an Toten und Verwundeten zwei Offiziere und zehn Mann gekostet.
Die Burenfamilien in Kub feierten mich als ihren Reiter und überreichten mir durch eine Deputation als Zeichen ihrer Wertschätzung ein halbes Dutzend — roter Rüben. Abends haben wir sie als feinen Salat verspeist. Auch bekam ich in den nächsten Tagen immer frische Milch von den Buren. Unsere Freundschaft erlitt erst eine Trübung, als ich die in ihren Diensten stehenden Hottentotten mit einer Proviantkolonne nach Rehoboth zurückschickte, denn gar zu bequem wollte ich Hendrik das Auskundschaften unserer Bewegungen auch nicht machen. Die Buren machten sehr bekümmerte Gesichter. Sie sind viel zu faul, um selbst zu arbeiten. Jeder hält sich seine Eingeborenen, die alles für den Herrn machen müssen.
Meine größte Sorge war jetzt, daß sich der Feind unserem Angriff entziehen würde. Ich beschloß deshalb, schon am zo. abends mit den verfügbaren Truppen in Richtung Rietmont abzumarschieren, obwohl meine 5. Kompagnie noch nicht herangekommen war.
Ohne auf Gegner zu stoßen, erreichten wir am 1. Dezember Narib und am 2. Dabib. Dort ließ ich zunächst halten, um das Eintreffen der in Eilmärschen nachrückenden 5. Kompagnie abzuwarten. Zur Erkundung der Verhältnisse bei Rietmont hatte ich eine stärkere Patrouille unter Leutnant von der Marwitz, dessen lebensvolle Feldzugsbriefe in der „Zukunft" veröffentlicht worden
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