damit sie nicht Zuzug von anderen unzuverlässigen Elementen erhielten. Mit der Operation gegen sie betraute ich den Oberleutnant Ritter. Um die Weihnachtszeit gelang es diesem mit seiner 2. Kompagnie und einer halben Batterie, den Gegner am Hudup zu stellen und in der Abenddämmerung mit aufgepflanztem Seitengewehr die Stellung zu stürmen.
Im Süden der Kolonie war Morenga, dessen Anhang von Tag zu Tag wuchs, immer kühner geworden. Ende November hatte er sogar die Eroberung von Warmbad versucht. Dieser Platz war für uns nicht nur wegen seiner Depots, sondern auch als Stützpunkt für den Verkehr mit der Kapkolonie wichtig, auf die wir bei der unsagbar schlechten Verbindung von Lüderitzbucht inö Innere für die Verpflegung unserer Südtruppen mit angewiesen waren. Dazu kam, daß in Warmbad zahlreiche kriegsgefangene Hottentotten interniert waren. Nur der Umsicht des HauptmannS von Koppy war es zu danken, daß die Angriffe Morengas trotz großer Übermacht abgewiesen wurden und uns so Warmbad als Operationsbasis im Süden erhalten blieb.
Major von Lengerke hatte kurz vor Weihnachten bei Koes einen vernichtenden Schlag gegen die aufständischen Feldschuhträger- Hottentotten geführt und stand zur Zeit mit etwa zoo Gewehren und 6 Geschützen von meinem Stabsquartier Gibeon 200 km entfernt. Wir waren durch Heliograph verbunden.
Inzwischen verdichteten sich die Nachrichten, daß sich Hendrik Witboi im Flußtal des Auob bei Gochas mit Simon Copper, dem Kapitän der Franzmann-Hottentotten, vereinigt hatte. Zusammen mochten sie über 1000 Gewehre verfügen. Ich entschloß mich, diesen Feind mit allen verfügbaren Kräften anzugreifen. Drei Abteilungen standen mir zu einer konzentrischen Operation gegen Gochas, einer bedeutenden Wasserstelle und zugleich Hauptsitz der Franzmann-Hottentotten, zur Verfügung: die Abteilung Meister mit 2^/4 Kompagnien und einer Feldbatterie in Kalkfontein, die Abteilung Ritter mit einer Kompagnie und einer Halbbatterie in meinem Stabsquartier Gibeon und die Abteilung Lengerke mit lZ-2 Kompagnien, einer Feldbatterie und einem Zug Gebirgs- geschütze bei Koes. Ich konnte die Abteilung Lengerke heranziehen, weil Verstärkungen aus der Heimat in Lüderitzbucht eingetroffen
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