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Aus der alten in die neue Zeit : Lebenserinnerungen / von Berthold von Deimling
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Furchtbar waren die Leiden der Verwundeten auf dem Verband­platz. Hier lag auch der gleich zu Beginn des Gefechts durch Schuß in den Unterleib schwer verwundete Major von Nauendorf. In seinen entsetzlichen Qualen versprach er zehntausend Mark für einen einzigen Schluck Wasser. Er konnte ihn nicht erhalten. Da kroch ein schwerverwundeter Sergeant zu seinem Major heran und bot

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Das Gefecht bei Groß-Nabas vom 2. bis 4. Januar 1905

ihm einen Rest Rotwein aus seiner Flasche an. Entschlossen wies der Major den Trunk zurück.Behalten Sie den Wein für sich selbst", sagte er.Sie müssen wieder zum Geschütz, und mit mir ist es ja doch vorbei."

Die Lage wurde verzweifelt, als der Feind am frühen Nach­mittag einen Vorstoß machte, um die Flügelgeschütze wegzunehmen. Die in der Nähe liegenden Leute warfen sich den einbrechenden Hottentotten mit dem Bajonett entgegen. Nach erbittertem Nah- kampf wurde der Feind zurückgeworfen, und das Feuer ließ auf

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