erschöpft, daß er von zwei Mann gestützt werden mußte, von denen einer schon delirierte. Leutnant Kleewitz, der mit den frischesten Leuten vom Flußtal her vorstoßen sollte, fiel während der Unterredung bewußtlos um. Leutnant Zwicke mußte von vier Mann festgehalten werden, weil er mich unter wirren Reden erschießen wollte."
Nachdem der restliche Wasservorrat verteilt war, wurde ein kurzer Feuerüberfall auf die Stellung des Gegners gemacht, bei dem die Geschütze ihre letzten Granaten herausjagten. Um 11 Uhr vormittags erhob sich die gelichtete Schützenlinie mit aufgepflanztem Seitengewehr zu verzweifeltem Anlauf. Ein mörderisches Feuer schlug den Stürmenden entgegen, aber in wilder Entschlossenheit drängte die kleine Schar vorwärts. Als die blitzenden Bajonette unaufhaltsam näher kamen, brach der Mut der Hottentotten zusammen. Unter lautem Schreien flüchteten sie Hals über Kopf aus der Stellung, allen voran der „Prophet", der sich auf ein Pferd warf und Hendrik Witboi in seinem Hinterhalt die Niederlage meldete. Dem alten Hendrik fuhr diese Trauerbotschaft so in die Glieder, daß er den Gedanken an weiteren Kampf aufgab. Er ging mit seinen Leuten in südlicher Richtung auf Iwartfontein zurück.
Die Abteilung Meister konnte sich an der Wasserstelle Gr.-Nabas erquicken. Auch die Pferde konnten endlich getränkt werden. Vom i. Januar abends bis zum 4. Januar nachmittags hatten sie keinen Tropfen Wasser bekommen. Als sie jetzt die Wasserstelle witterten, zitterten sie am ganzen Leibe.
Das dreitägige Gefecht hatte der Abteilung schwere Verluste gekostet. Gefallen waren 4 Offiziere und 18 Mann, während 5 Offiziere und 42 Mann verwundet waren. Der Gegner ließ 70 Tote in der Stellung.
Major Meister blieb zwei Tage in der eroberten Stellung und versuchte erfolglos, die Verbindung mit mir herzustellen. Darauf ging er am 6. Januar auf Stamprietfontein zurück, wo sich seine Truppen bei reichlichem Wasser erholen und auf Munitionsnachschub warten konnten.
Kehren wir zu meinem Detachement zurück. Als ich in banger Sorge um Meister und seine Leute mit den Abteilungen Ritter und Lengerke am 6. Januar nach kurzer Rast von Gochaö auf Iwart-
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