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Aus der alten in die neue Zeit : Lebenserinnerungen / von Berthold von Deimling
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schlimmert, daß Fieber eintrat und ich mich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der Stabsarzt untersuchte mich lange und riet dringend zu einer gründlichen Kur in der Heimat, da ich in meinem derzeitigen Zustand nicht mehr felddienstfähig war. Schweren Herzens mußte ich mich entschließen, beim Hauptquartier um meine Rückkehr nach Deutschland einzukommen. Nach einigem Sträuben erhielt ich die Genehmigung zur Rückreise.

Nachdem ich das Kommando übergeben hatte, trat ich am 2. April mit meinem Stab den Marsch nach dem Hafenplatz der Südgruppe Lüderitzbucht an. Wir mußten den gefürchteten Bai­weg benutzen, der Lüderitzbucht über Kubub mit dem Inneren ver­bindet. Der erste Marschtag führte uns durch denabgekommenen", d. h. gerade einmal nach Regenfällen Wasser führenden Fischfluß. Er war aber glücklicherweise schon wieder im Fallen begriffen, denn sonst wären wir gar nicht hinübergekommen. Auch so schon mußten die Pferde bis über die Brust ins Wasser. Die Hitze war uner­träglich, eine so drückende Schwüle hatten wir noch nicht erlebt. Die Atmosphäre war offenbar mit Elektrizität überladen, denn bei Dunkelheit tanzten Tausende von kurz aufglühenden und wieder verlöschenden Flämmchen um uns durch die Luft. Ein wunderbares und doch fast unheimliches Naturschauspiel.

Am vierten Tage erreichten wir die Station Kuibis, die mit einem Heliographen ausgerüstet war. Wir wurden mit der wenig an­genehmen Nachricht empfangen, daß der Bethanierkapitän Cor­nelius mit 200 Orlogleuten gegen den Baiweg aufgebrochen war. Eine nette Bescherung! Cornelius war ein alter Bekannter von mir, der uns im Feldzug gegen die Hereros als Aufklärer nützlich ge­wesen war und dafür manche FlascheSuppi" (Rum) erhalten hatte. Sollte er sich jetzt erkenntlich zeigen wollen durch einen Über­fall auf den Regimentsstab? Mit unseren wenigen Gewehren mußten wir sehr auf der Hut sein.

In Kubub langten wir am sechsten Tage an. Von dort aus beginnt der Wüstengürtel der Namib, der bis zur Küste eine Breite von izo km hat.

Und die Erde war wüst und leer", an diesen Satz aus der Bibel mußte ich denken, als mein Blick zum erstenmal diese endlose Sand­wüste überflog. Die Namib ist nicht etwa eben, sondern sie sieht aus

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