belehrt worden, daß seine Worte unbedacht waren. Vor Wiederholungen solcher Unüberlegtheiten wurde er ernstlich verwarnt.
Dieser Vorgang, der sich auf dem Exerzierplatz, also ohne fremde Zuhörer abgespielt hat, ist nun offenbar von den Soldaten weiter- getragen und in der Stadt breitgetreten worden, so daß sich schließlich die Presse der Sache annahm, und zwar in einer entstellten Form, die sich durch die Erzählung von Mund zu Mund ergeben hatte. Am 6. November brachten gleichzeitig der „Zaberner Anzeiger" und der in Straßburg erscheinende „Elsäffer" scharfe Angriffe gegen Leutnant von Forstner, die dann ihren Weg durch alle Blätter nahmen.
Der Regimentskommandeur in Jabern, Oberst von Reuter, bekam den Artikel des „Zaberner Anzeigers" am späten Abend des 6. November zu Gesicht und forderte am nächsten Morgen den Leutnant zum Bericht auf. Ich erfuhr den Vorgang am 7. früh und veranlaßte die gerichtliche Vernehmung aller Zeugen, die den vorstehend geschilderten Tatbestand ergab. Darauf ließ das Generalkommando der Presse eine offizielle Berichtigung zugehen, die mit dem Hinweis schloß, daß der Leutnant mit dem Ausdruck „so ein WackeS" nicht die elsässische Bevölkerung im allgemeinen, sondern nur streitsüchtige Personen und Raufbolde gemeint habe.
Diese Berichtigung wurde von den Blättern chauvinistischer Richtung als entstellt und verschleiert bezeichnet. Mittlerweile hatte die Agitation den offensichtlich beabsichtigten Erfolg bereits erreicht.
Am 8. November, gegen io Uhr abends, erhielt der Regimentskommandeur, Oberst von Reuter, die Meldung von Ansammlungen vor der Wirtschaft „Zum Karpfen", in der sich Leutnant von Forstner befand. Der Kommandeur schickte einen Offizier zur Polizeiwache, mit dem Ersuchen, die Menge vor dem Lokal zu zerstreuen. Der Offizier kam nach kurzer Zeit mit der Nachricht zurück, daß auf der Polizeiwache nur ein Mann sei, der sich für unabkömmlich erklärte. Oberst von Reuter ließ darauf die Kasernenwache sich zum Eingreifen bereitmachen und wollte selbst zur Polizeiwache gehen.
Auf dem Wege dorthin sah er die Menschenansammlung vor der Wirtschaft, die sich aus neugierigen Bürgern und angetrunkenen jungen Burschen zusammensetzte. Da sich die Leute ruhig verhielten, ging er heran und sagte: „Die Zaberner kennen mich ja. Ich sage Ihnen, daß die ganze Sache weit übertrieben, daß eigentlich nichts
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