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Aus der alten in die neue Zeit : Lebenserinnerungen / von Berthold von Deimling
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-MU-

für die ZeitungDer Elsässer" wurden ein Feldwebel und neun Musketiere vorläufig festgenommen.

Nachdem die Stimmung in Zabern sich gerade beruhigt hatte, erhielt die Agitation neue Nahrung, als Oberst von Reuter, den ich am 12. November beurlaubt hatte, am i6. das Kommando wieder übernahm. Damit hatte es folgende Bewandtnis:

Am 9. November war der Oberst zu mir nach Straßburg gekom­men und hatte mir gemeldet, daß er um seine Verabschiedung ein­kommen wolle. Die Gründe waren privater Natur und standen in keinem Zusammenhang mit den Vorgängen in Zabern. Bis zur Erledigung des Abschiedsgesuchs bat er um Urlaub. Diesen Urlaub genehmigte ich, da ich mir dadurch eine Entspannung der Lage in Zabem versprach.

Leider dachte das Militärkabinett anders und rief den Oberst telegrafisch von seinem Urlaub zurück. Der Kaiser hielt die Gründe, die Reuter zu seinem Abschiedsgesuch veranlaßt hatten, nicht für dringend und wollte vor allem den Anschein vermieden haben, als ob der Fortgang des Obersten in einem Zusammenhang mit den Iwischenfällen in Zabern stände. Am Tage seiner Rückkehr schrieb derJaberner Anzeiger":Ganz Zabern war erstaunt und nicht am wenigsten die höheren Kommandostellen. Statt einer neuen Genug­tuung hat man eine neue Herausforderung dem beleidigten Volke gegeben." Für das Glätten der Wogen wäre es zweifellos besser gewesen, wenn man es in Berlin bei meiner Beurlaubung des Oberst von Reuter gelassen hätte.

Am 26. November, zehn Tage nach Reuters Rückkehr, ereigneten sich wiederum Beschimpfungen von Offizieren auf der Straße. Dabei wurden ein Bäckergeselle und ein Bankbeamter von Wach­mannschaften verhaftet und der Polizei übergeben, die sie nach Fest­stellung der Namen wieder entließ.

Über diesen neuen Zwischenfall berichtete anderen Tages der Jaberner Anzeiger":Äh! Äh! Diesmal gleich schneidig gewesen. Vier Mann aufgepflanzt geholt. Ersten besten abgeführt. Hat sich nicht gewehrt. Kolossal Eindruck geschunden. Deimling wird Freude haben."

Zwei Tage später war ich abends bei dem Unterstaatssekretär Mandel in Straßburg eingeladen. Unter den Gästen befand sich

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