Nacht hinein dauerten und damit endeten, daß unsere Linie Mül- hausen von Norden und Osten umklammert hatte.
Dieser ungünstigen Lage entzog sich der französische Führer, General Bonneau, sehr geschickt, indem er während der Nacht von Mülhausen abbaute und den Rückzug nach Belfort antrat. Er handelte damit gegen den ausdrücklichen Befehl seines Oberkommandierenden Joffre, der ihn angewiesen hatte, die am Nachmittag verlorenen Stellungen im Nachtangriff wieder zu nehmen.
So konnte in aller Frühe des 10. August die 55. Infanterie- Brigade des XlV. Korps geschlossen in Mülhausen einrücken. Ohne weitere Kämpfe erreichte dieses Korps gegen Mittag die Linie Brunstatt—Landser und stellte hier die weitere Verfolgung ein.
Für General Bonneau kam jetzt alles darauf an, seinen Rückzug gegen mein XV. KorpS zu decken. Zu diesem Zweck ließ er die Hauptreserve der Festung Belfort und Teile einer bei Altkirch in Reserve stehenden Brigade eine Stellung auf den Höhen von Schweighausen—Niederaspach—Oberaspach einnehmen, um hinter dieser Schutzmauer mit der Hauptmasse den Rückzug fortzusetzen.
Als wir am 10. August morgens nach der bewegten Nacht den Vormarsch in südlicher Richtung fortsetzten, stießen wir bald auf Bonneauö Flankendeckung. Die feindliche Stellung lag überhöhend hinter einem Wiesengrund, der ein vorzügliches Schußfeld für die französische Infanterie bot. Trotzdem entschloß ich mich zu unverzüglichem Angriff, um Bonneau am Abmarsch auf Belfort zu hindern. Von dem linken Flügel der zo. Division wurde eine Kolonne mit Artillerie auf Reiningen abgezweigt, die umfassend in den Kampf eingreifen sollte.
Mit meinem Stab ging ich an den Südausgang von Sennheim, wo ich vom Speicher der Bahnhofswirtschaft aus den größten Teil des Kampffeldes durch das Scherenfernrohr übersehen konnte. Die Infanterie beider Divisionen entwickelte sich wie auf dem Exerzierplatz, während ein Höllenfeuer aus unserer langen Artillerielinie gegen die feindliche Stellung losprasselte, namentlich gegen den beherrschenden Lerchenberg. Die schweren Batterien waren dicht neben mir am Bahnhof Sennheim hinter dem Bahndamm in
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