scheidungsflügel einzusetzen, wo besonders schwere Kämpfe zu erwarten waren. Einer solchen Aufgabe waren seiner Ansicht nach nur kampferprobte Truppen gewachsen, die aus ruhigen Abschnitten herauszuziehen und dort durch die Jugendkorps zu ersetzen waren. Wie recht er mit diesem Urteil hatte, sollten die nächsten Wochen beweisen.
In Cambrai ließ ich die Marschkolonne meines Korps an mir vorbeiziehen. Ich mußte an den Tag vor 2^ Monaten denken, als vor der Schlacht bei Mülhausen dieselben Regimenter und doch nicht dieselben an mir vorbeimarschiert waren. Ein Drittel deS Korps war in den Vogesen, ein weiteres Drittel an der Aisne geblieben. Die Kriegsstärke war zwar annähernd durch Ersatz wieder aufgefüllt, aber jetzt marschierten zwischen schmächtigen Jungens schon Männer mit ergrauten Bärten. Und doch machten die Truppen trotz der Marschanstrengungen einen vortrefflichen Eindruck.
Am 27. Oktober fand in Douai beim Kronprinzen Rupprecht eine Führerbesprechung statt, zu der auch der temperamentvolle Oberstkommandierende, der General von Falkenhayn, erschienen war. Das Ergebnis war, daß aus meinem XV. Korps, dem II. Bayrischen Korps, der 26. Division und der 6. Bayrischen Reserve-Division eine besondere Stoßgruppe unter Führung deS Generals von Fabeck gebildet werden sollte, die in einheitlichem Angriff mit der 4. Armee deS Herzogs von Württemberg und der 6. des Kronprinzen von Bayern auf Vpern durchzubrechen und so die Schlacht auf dem neuen Nordflügel zu entscheiden hatte. „Opfer sollten nicht gescheut werden."
Der Angriff hatte am zo. Oktober zu beginnen. Der Gefechtsstreifen meines Korps war rechts durch die Chaussee Gheluwe— Gheluvelt—Vpern, links durch die Straße Tenbrielen—Zand- voorde—Iillebeke begrenzt. Nördlich von uns kämpfte die 4. Armee, südlich das II. Bayrische Korps. Ich setzte meine zo. Division rechts und die Z9. links in dem Angriffsstreifen ein.
In der Frühe deS zo. Oktober begann die blutige Schlacht. Gegen Mittag nahm die zy. Division Zandvoorde und brachte hundert Gefangene des englischen Eliteregiments der Royal Welsh Füsiliers ein. Auf dem rechten Flügel, auch beim Nachbarkorps nördlich der Chaussee Gheluvelt—Ppern kam der Angriff weniger gut vorwärts.
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