erlebt hatten. Am Nachmittag schwoll die Artillerievorbereitung zum Trommelfeuer an. Die Luft zitterte, und die einzelnen Abschüsse gingen unter in einem ununterbrochen rollenden Donner.
Um fünf Uhr nachmittags traten die drei Korps von Norden her zum Sturm an. Wir selbst sollten den Angriffsbefehl des Oberkommandos abwarten. Der Hauptstoß auf den Cotes Lorraineö kam gut vorwärts. Am 25. Februar wurde das Fort Douaumont erstürmt, der nördliche Stützpunkt der Festungszone.
An diesem Tage begann auch unser Angriff aus der Woövre- Ebene. Mit großem Schwung gingen die Regimenter vor, warfen den Gegner von Stellung zu Stellung und erreichten am 28. Februar den Fuß der Cotes.
Jetzt aber ging es nicht weiter. Der steil aus der Ebene aufsteigende Osthang der Berge gebot dem Vorstürmen Halt. Er ist von bewaldeten Schluchten durchzogen, von Forts gekrönt, mit Zwischenwerken gespickt, und oben auf der Höhe stand in ausgezeichneter Deckung die französische Artillerie, die jede Geländefalte der Woövre-Ebene einsehen konnte.
Auch der Hauptangriff von Norden auf den Cotes war am 28. Februar zum Stillstand gekommen. Der französische Oberbefehlshaber, General Pstain, hatte soviel Verstärkungen heranziehen können, daß er nunmehr zu erbitterten Gegenstößen überzugehen vermochte. Diesen neuen Widerstand zu brechen, ging über die Kraft der ausgepumpten Angriffötruppen. Und Reserven — waren nicht vorhanden.
Für mein Korps begannen jetzt furchtbare, entsagungsvolle Wochen und Monate, die ein blutiges Ringen um jeden Fußbreit Bodens brachten. Wir mußten unsere ungünstigen Stellungen am Fuß der Berge halten, weil unsere Artillerie nur so wirkungsvoll in die entscheidenden Kämpfe auf den Cotes eingreifen konnte. Der Stellungsbau in dem nassen, aufgeweichten Boden der Woövre stieß auf ähnliche Schwierigkeiten wie vor Vpern. Auch die Materialanfuhr bei Nacht war in dem starken feindlichen Feuer schwer durchführbar. So mußten die Sturmtruppen in Regen und Nässe in Schützenlöchern ausharren, bis es langsam gelang, eine durchgehende Linie mit Unterständen gegen das französische Artilleriefeuer zu schaffen. Auch die Reserven hinter der Front in den Wald-
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