ich mir selbst daS Versprechen, wenn ich lebend aus dem Krieg kommen sollte, weiterzukämpfen bis zur letzten Kraft — gegen den Krieg. Ich habe mein Versprechen bisher gehalten, und ich werde eS weiter halten.
Mitte Mai stellte ich bei der Armeeleitung den Antrag, meine erschöpften Regimenter abzulösen und ihnen endlich Ruhe zu gönnen. Der Antrag wurde abgelehnt. Das XV. KorpS war wieder einmal unentbehrlich.
Neue Operationen bereiteten sich vor. Die rechts von mir kämpfende 50. Division wurde mir unterstellt, und zugleich bekam ich ein bayrisches Reserve-Regiment zugeteilt, so daß ich den Ablösungsturnus aus vorderster Linie erträglicher gestalten konnte. Ich wurde dann der „Angriffsgruppe Ost" unter General von Lochow angegliedert, einer Zwischeninstanz innerhalb der Armee des Kronprinzen.
Lochow plante für Anfang Juni einen Angriff gegen das Fort Vaux, den meine Regimenter nach üblicher Artillerievorbereitung durchführen sollten. Als aber unsere Nachbartruppen am i. Juni einen erfolgreichen Angriff gegen den Cailette-Wald unternommen hatten und über das Vauxtal vorgedrungen waren, entschloß ich mich, die Gelegenheit auszunutzen und einmal gegen die wenig bewährte Schablone der planmäßig vorbereiteten Verdunangriffe zu handeln. Am Abend des l. Juni meldete ich dem General von Lochow meine Absicht, durch überraschenden Überfall Fort Vaux ohne vorausgehende Artillerievorbereitung zu nehmen, die dem Gegner immer Zeit zu Gegenmaßnahmen ließ.
Am 2. Juni, um 4 Uhr morgens, stürmten die tapferen westfälischen Regimenter der ;o. Division vor, nahmen Damloup und drangen mit Teilen, vorneweg die 1. Kompagnie des Paderborner Regiments unter Leutnant Rackow, in daS Fort ein und besetzten es über der Erde. Unter ihnen in den Kasematten verteidigte sich die französische Besatzung weiter. Leutnant Rackow erhielt den Orden xour Is mörits.
In den nächsten Tagen setzten verzweifelte Gegenangriffe der Franzosen ein, die aber restlos abgewiesen wurden. Am 7. Juni kapitulierte die im Fort eingeschlossene Besatzung auS Mangel an Wasser und Lebensmitteln, im ganzen 550 Mann. Ihr tapferer