geforderten uneingeschränkten U-Boot-Krieges. (Zeugnis des Grafen Bernstorff.)
2. Im Sommer 1917 wollte der Papst den Frieden vermitteln. Er mußte seine Versuche aufgeben, als die Forderungen der Obersten Heeresleitung betreffs Belgien es der Regierung unmöglich machten, die von England verlangte unzweideutige Erklärung abzugeben. (Erklärung und Publikation der jetzigen Regierung.)
z. Ob ich nicht auch berechtigt wäre, die im Herbst 1916 stattgehabten Verhandlungen über einen Separatfrieden mit Rußland anzuführen, die an der Selbständigkeitserklärung Polens scheiterten, auf die die Oberste Heeresleitung zur Gewinnung polnischer Soldaten drängte — das will ich zur Zeit noch unentschieden lassen. —
Warum hat die Oberste Heeresleitung die Möglichkeiten, zu einem Verständigungsfrieden zu kommen, scheitern lassen?
Weil sie die feindlichen Kräfte und die Wirkung der Weltkoalition, insbesondere die Wirkung des Eintritts von Amerika in den Krieg, unterschätzte und die eigenen Kräfte und Stimmungen in Heer und Volk überschätzte, und weil sie infolgedessen glaubte, an den überspannten Kriegszielen auch dann noch festhalten zu können, als es klar war, daß unser Krieg gegen die ganze Welt nicht mehr mit einem Diktatfrieden der Mittelmächte enden konnte.
Euer Exzellenz nennen meine Behauptung eine „unerhört" schwere Beschuldigung. Das klingt so, als sei ich der erste und einzige, der sie aufstellt. Das ist nicht der Fall. Vielmehr wird die gleiche Behauptung seit Monaten schon von dem größten Teil der deutschen Presse ausgesprochen, wie man fast täglich in den Zeitungen lesen kann.
Nicht um anzuklagen, habe ich meine Stimme erhoben, denn wir alle, vom Feldmarschall bis zum Mann im Graben, haben nur das getan, was uns nach bestem Wissen und Gewissen die Not des Vaterlandes zu gebieten schien. Sondern ich habe sie erhoben, weil ich es für meine Pflicht halte, die Wahrheit zu sagen. Denn die Wahrheit ist es, die unser Volk jetzt braucht, um aus den zügellosen Geisteskämpfen um die Frage, wer schuld an diesem elenden Frieden ist, endlich herauszukommen zu innerer
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