elsaß-lothringischen Frage gekommen, und noch manches andere Problem hätte sich eingestellt.
Ich glaube aber, daß wir in der elsaß-lothringischen Frage mit einer Autonomie-Erklärung oder Volksabstimmung davongekommen wären.
Meine Überzeugung darf ich dahin zusammenfassen, daß, wenn die deutsche Regierung 1917 oder auch noch in der ersten Hälfte 1918 den rückhaltlosen Verzicht auf Belgien, seine Wiederherstellung, die Autonomie-Erklärung oder Volksabstimmung in Elsaß- Lothringen, die Herstellung der Grenzen von 1914 im Osten klipp und klar angeboten hätte, daß wir dann einen Frieden bekommen hätten, der uns im großen ganzen in unserem früheren Bestände ließ.
Denn die feindlichen Völker mußten 1917 und in der ersten Hälfte 1918 durch verschiedene ernste Krisen hindurch.
Hätten Clemenceau und Lloyd George eS erreicht, ihre Völker angesichts einer solchen politischen Mäßigung unsererseits durch die Krisen hindurchzudringen? Ew. Exz. sagen selbst, daß — wie sich mehr und mehr herausstellt — die Franzosen und Engländer im Sommer 1918 stark nachdenklich geworden seien.
Auf alle Fälle hätte der Versuch auf solcher Grundlage zur Verständigung zu kommen, energisch und rückhaltlos gemacht werden müssen. Das allein entsprach unserer tatsächlichen Lage. Die bloße Friedensbereitschaft genügte nicht. Wir mußten die Initiative zum Frieden ergreifen. Wir haben sie schließlich ergriffen nach der Niederlage, als es zu spät war. Wir mußten sie mit der gleichen Inbrunst ergreifen, als wir auf der Höhe unserer Erfolge standen.
Aber Ew. Exz. glaubten an den Sieg.— Ein miserabler Feldherr, der nicht an den Sieg glaubt.
Auch ich bin durch die Schlieffensche Schule deS Siegeswillens gegangen. Ich kann die seelischen Kämpfe Ew. Exz. wohl verstehen, und ich bin der letzte, der der Kriegführung Ew. Exz. nicht volle Bewunderung zollte.
Allein, muß der Siegeswille des Feldherrn nicht gepaart sein mit der Erkenntnis des militärisch und politisch Erreichbaren?
Schliessen hat uns auch gelehrt, daß zum Sieg und zur Niederwerfung des Feindes das gehört, daß man ihn ins Herz trifft und
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