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sind gleich groß und verdienen die ihnen von den Eingcbornen ge­zollte Wcrthschätzung.

Die sudahncsische Ziege ist ein kleines, feines und milchreicheö Thierchen. Sie klettert geschickt auf den schicfstchcnden Bäumen in den Wäldern herum, verlangt wenig oder gar keine Pflege und nährt sich von spärlich wachsenden Kräutern und grünen Baumblät- tcrn. Seit längerer Zeit hat man im Sudahn auch die Ziege der am weißen Flusse und in Takhale wohnenden Negerstämmc einge­bürgert und schätzt diese allerliebsten, kaum mehr als anderthalb Fuß hohen Thierchen wegen ihrer schmucken Gestalt und ihres vcrhältnißmäßig reichen Ertrages. Der Sudahnese liebt überhaupt nur Thiere, welche wenig Pflege bedürfen und ihm keine Mühe verursachen.

Schafe und Rinder spielen im Haushalte des Dörflers im Sudahn eine untergeordnete Rolle. Erstere gehören zu den auch in Egpptcn gewöhnlichen, wollcloscn dafür aber behaarten Fettschwänzcn, letztere sind klein und wenig wcrthvoll. Dagegen ist der Zebu für die bewässerten Felder am blauen Flusse von gro­ßer Wichtigkeit; er ist es, welcher die Schöpfräder in Bewegung setzt. Der Zebu ist ein mächtiges, schönes Thier und, wenn er nicht bei magerer Kost und harter Arbeit verkümmert, wohl das größte Rind, welches überhaupt eristirt. Sein Fctthöckcr schwillt bei guter und reichlicher Nahrung wie bei dem Kamel zu einer be­deutenden Größe an und sinkt bei harter Arbeit und wenig Futter zu einer kaum bemerkbaren Unebenheit des Rückens zusammen.

Die Hühner des Sudahn sind klein, aber fruchtbar; Tauben werden erst seit wenig Jahren im Sudahn wie in Egpptcn gehegt; anderweitiges Geflügel hält man nicht.

Die Kinder der Sudahnesen werden im höchsten Grade ver­nachlässigt und sind äußerst unreinlich gehaltene Geschöpfe. Bis zu dem Alter von sechs Jahren gehen beide Geschlechter nackt.

dringenden Hund. Der Besitzer desselben erschien und war ganz untröstlich. >

Erschieße mich auch, nachdem Du meinen Hund erschossen hast", rief er aus und schlug die Hände verzweifelnd über dem Kopfe zusammen,ich klage es Gott und mache ihn zu meinem Vertreter!"