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Die Beschäftigung des weiblichen Geschlechts in der Hand-Arbeit oder praktische Nachweisung der Thätigkeit der Frauen im Haushalte, im Verkehr, in der Klein- und Groß-Industrie, in den verschiedenen Gewerben, selbstständigen Erwerbsarten, und den zunächst damit verbundenen Absatz-Geschäften / von A. Daul. Mit einem Vorwort von Max Wirth
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Die Conditorei. Die Zuckerbäckerei im Kleinen.

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des Zuckerpulvers und.das Gas der Kohlenbehälter sind jedenfalls der Gesundheit schädlich. Die Zahne der Zuckerkantmacher gehen meist zu Grunde; was von dem vielen Versuchen des erhitzten Zucker- kant herkommt. Gegen Luft, die hier von Zuckerpulvcr und Koh­lendampf verdorben ist, schreibt Or. Reclam als Diätetik vor: Sorgfältige Lüftung der Arbcitsränme durch Zugöfen (nach d'Arcet) durch Ventilatoren, durch Luftefsen über den Gasflammen, fleißigeres Spazierengehen im Freien, mäßige gymnastische Uebungen, sorgfältige Hautpflege im weitesten Sinne. Bei plötzlichen Vergiftungen mit Kohlendampf dient als erste Hülfe: das Uebergießen und Anspritzen mit kaltem Wasser, Einreibungen mit Sensfpiritus, Einblasen von Luft in die Lunge, Einflößen von starkem, schwarzen Kaffee, Aderlaß. Ol. Bock giebt als nothwendige Vorsichtsmaßregeln gegen die Gefahren des Staubeinathmens außer dem Verschließen von Mund und Na>e noch an: häufige und starke Besprengungen der Arbeits­räume, öfteres Ausspülen des Mundes, Vermeiden vielen Sprechens, l Singens und tiefen Einathmens bei der Arbeit. Der schädlichen

Einwirkung des Staubes auf die Augen kann durch öftere Waschun­gen der Augen mit lauem Wasser und durch Tragen von einfachen Conservationsbrillen entgegengewirkt werden. Da auch die Haut vom Staube zu leiden hat, so müssen von Zeit zu Zeit warme Bä­der mit tüchtigen Abreibungen der Haut gebraucht werden. Die­jenigen Personen, welche in der Conditorei mit Farben zu thun ha­ben, sollten sich durchaus mit der Schädlichkeit derselben bekannt machen und Dr. Bock's BuchVom ges. und kranken Menschen", S. 397, t nachlesen.

In vielen Etablissements giebt es das ganze Jahr hindurch Arbeit; doch nimmt man März bis Juni und 1. August bis Weih­nacht als die emsigsten Arbeitszeiten an. Zu Weihnacht ist oft Man- , gel an Arbeiterinnen. Im Sommer ist jedoch am wenigsten zu thun,

da dann weniger Süßes genossen wird, weil dasselbe den Durst ver­mehrt.

173. Die Zuckerbäckerei, im Kleinen betrieben (nach vr. Löbe'sHaus- und Wirthschafts-Lexicon"). Viele vom Condi- tor gefertigten Zuckerwaaren lassen sich sehr wohl auch im Kleinen und mit geringen Hülfsmitteln darstellen, und Frauenspersonen möchte hier oder da Gelegenheit geboten werden, hiermit Erwerb zu - finden.

Man braucht dazu einige kupferne Kessel, ein kleines Haarsieb, ein Spansieb, ein Kupferblech, das H Zoll hoch ist und einen aufge­bogenen Rand hat, einen Marmor- oder Scrpentinstein zum Reiben, einen Reibstein von Marmor oder Granit, eine Neibkeulc von har- i tem Holze, eine kupferne iKelle mit Schneppe, eine Weißblechplatte,

Filtrirsacke von Molton, Ruthen von Holz, oder noch besser von Draht, zum Schlagen des Schnee's u. s. w., Formen von Zinn,