Dokument 
Die Beschäftigung des weiblichen Geschlechts in der Hand-Arbeit oder praktische Nachweisung der Thätigkeit der Frauen im Haushalte, im Verkehr, in der Klein- und Groß-Industrie, in den verschiedenen Gewerben, selbstständigen Erwerbsarten, und den zunächst damit verbundenen Absatz-Geschäften / von A. Daul. Mit einem Vorwort von Max Wirth
Entstehung
Seite
521
Rechtsdrehung 90°Linksdrehung 90° 
  
  
  
  
  
 
Einzelbild herunterladen

Die Conditorei. Die Zuckerbäckerei im Kleinen.

521

des Zuckerpulvers und.das Gas der Kohlenbehälter sind jedenfalls der Gesundheit schädlich. Die Zahne der Zuckerkantmacher gehen meist zu Grunde; was von dem vielen Versuchen des erhitzten Zucker- kant herkommt. — Gegen Luft, die hier von Zuckerpulvcr und Koh­lendampf verdorben ist, schreibt Or. Reclam als Diätetik vor: Sorgfältige Lüftung der Arbcitsränme durch Zugöfen (nach d'Arcet) durch Ventilatoren, durch Luftefsen über den Gasflammen, fleißigeres Spazierengehen im Freien, mäßige gymnastische Uebungen, sorgfältige Hautpflege im weitesten Sinne. — Bei plötzlichen Vergiftungen mit Kohlendampf dient als erste Hülfe: das Uebergießen und Anspritzen mit kaltem Wasser, Einreibungen mit Sensfpiritus, Einblasen von Luft in die Lunge, Einflößen von starkem, schwarzen Kaffee, Aderlaß. — Ol. Bock giebt als nothwendige Vorsichtsmaßregeln gegen die Gefahren des Staubeinathmens außer dem Verschließen von Mund und Na>e noch an: häufige und starke Besprengungen der Arbeits­räume, öfteres Ausspülen des Mundes, Vermeiden vielen Sprechens, l Singens und tiefen Einathmens bei der Arbeit. — Der schädlichen

Einwirkung des Staubes auf die Augen kann durch öftere Waschun­gen der Augen mit lauem Wasser und durch Tragen von einfachen Conservationsbrillen entgegengewirkt werden. — Da auch die Haut vom Staube zu leiden hat, so müssen von Zeit zu Zeit warme Bä­der mit tüchtigen Abreibungen der Haut gebraucht werden. — Die­jenigen Personen, welche in der Conditorei mit Farben zu thun ha­ben, sollten sich durchaus mit der Schädlichkeit derselben bekannt machen und Dr. Bock's Buch „Vom ges. und kranken Menschen", S. 397, t nachlesen.

In vielen Etablissements giebt es das ganze Jahr hindurch Arbeit; doch nimmt man März bis Juni und 1. August bis Weih­nacht als die emsigsten Arbeitszeiten an. Zu Weihnacht ist oft Man- , gel an Arbeiterinnen. Im Sommer ist jedoch am wenigsten zu thun,

da dann weniger Süßes genossen wird, weil dasselbe den Durst ver­mehrt.

173. Die Zuckerbäckerei, im Kleinen betrieben (nach vr. Löbe's „Haus- und Wirthschafts-Lexicon"). — Viele vom Condi- tor gefertigten Zuckerwaaren lassen sich sehr wohl auch im Kleinen und mit geringen Hülfsmitteln darstellen, — und Frauenspersonen möchte hier oder da Gelegenheit geboten werden, hiermit Erwerb zu - finden.

Man braucht dazu einige kupferne Kessel, ein kleines Haarsieb, ein Spansieb, ein Kupferblech, das H Zoll hoch ist und einen aufge­bogenen Rand hat, einen Marmor- oder Scrpentinstein zum Reiben, einen Reibstein von Marmor oder Granit, eine Neibkeulc von har- i tem Holze, eine kupferne iKelle mit Schneppe, eine Weißblechplatte,

Filtrirsacke von Molton, Ruthen von Holz, oder noch besser von Draht, zum Schlagen des Schnee's u. s. w., Formen von Zinn,